Jetzt sind es keine 5 Tage mehr bis zum Start der TorTour de Ruhr und fast alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Zuhause ist schon alles gepackt und der letzte lange Trainingslauf wurde auch vorgestern absolviert. Jetzt muss ich eigentlich nur noch die Playlist erstellen, um 230km an einem Fluss entlanglaufen zu können. In den Wäldern, auf Trails und in den Bergen brauche ich keine Musik, aber anderthalb Tage an einem Fluß entlang zu laufen, könnte ohne Musik auf den Ohren eventuell ein wenig eintönig werden.

Nach dem K85 in Innsbruck ging es eine Woche später auf die Strecke des Ultratrail Grauer Kopf um einmal die Trails in Gänze abzulaufen. Details zu diesem 67km Lauf gibt es hier.
Lange Läufe absolviert man am besten mit einem klaren Ziel. Einfach sinnlos 50-100km durch die Gegend zu laufen finde ich nicht zielführend und sehr demotivierend. Also gab es für den letzten langen Lauf vor der TTdR die Vorgabe an den Frankfurter Flughafen zu laufen. Schöne 76km Stecke quer über den Taunus mit klarem Ziel. Da ich aber ja bekanntermaßen lieber Berge anstatt so flache Dinger laufe, und im August eine kleine Mont Blanc Umrundung ansteht, macht es ja Sinn den langen Lauf mit ein paar Höhenmetern zu kombinieren (Wahrscheinlich entgegen jeglicher Trainigslogik, ist mir aber egal 🙂 ). Also gab es während dem Lauf noch eine kleine 10km Extraschleife hoch auf den großen Feldberg. So kam dann ein 86km Lauf mit 1600Hm zustande. Gemütlich gelaufen mit einigen Pausen in 11 Std.

Spontane 70-80km Läufe sind in der aktuellen körperlichen Verfassung jedenfalls kein Problem, und auch in wöchentlicher Wiederholung machbar.

Über 1600 Trainingskilometer in diesem jahr haben da sicherlich etwas dazu beigetragen. 😉
Damit ist schonmal eine sehr gute Basis für die kommenden langen Läufe vorhanden. Wenn der Körper 80km über Berge laufen kann, kann er auch 120km flach laufen. Und wenn dann der Körper müde wird, macht der Kopf weiter. Da bin ich mir zur Zeit eigentlich auch sicher dass das funktioniert. Mentales Training war die letzten Monate eigentlich auch reichlich vorhanden. Geholfen hat mir da auf jeden Fall die 661-Challenge im März. Wenn man jeden Tag, meist abends im Dunkeln, seinen Scheiss-Halbmarathon abläuft, oder jeden zweiten Tag 50km, hat man vielleicht auch einen gewissen körperlichen Trainingseffekt, aber mental stärkt so etwas ungemein. Die Null-Bock-Schwelle ist jedenfalls zur Zeit ziemlich weit weg.

Jetzt müssen nur noch die Körperteile halten. Solange man mit dem Körper läuft, ist das recht einfach auf Warnsignale zu achten und die gekonnt zu ignorieren (Ultraläufer kennen eigentlich ihren Körper und dessen Grenzen). Wenn aber später irgendwann der Kopf die Führung und den Vortrieb kontrolliert, werden Warnsignale des Körpers oft gar nicht mehr wahrgenommen. Nur noch mit dem Ziel vor Augen, einfach nur noch anzukommen, wird meist alles andere ausgeblendet. So kommt man zwar meist ins Ziel, hat aber anschließend viel Aua für den Rest der Saison. Alles schon selbst erlebt. Aber dazu wird es in diesem Jahr gar nicht erst kommen. Ich bin mir ziemlich sicher dass die 230km an Pfingsten einfach ein schöner Lauf wird. Hart aber herzlich.

Begleitet werde ich über die ganze Strecke von meiner Frau, die mich alle 10km mit dem Auto abpasst. Meine rollende Versorgungsstation. Das Konzept des Crewing ist Bestandteil der TTdR. Ohne Crew, die einen versorgt, gibt es keinen Start. Das ist auch etwas Neues für mich und ich bin gespannt wie das funktioniert. Ich denke, den größten Stress hat meine Frau. Sie muss vorausfahren, parken, warten, mich versorgen, zusammenpacken, weiterfahren zum nächsten Halt. Ich muss eigentlich nur Laufen und mir alle 2 Stunden eine Salztablette in den Mund stecken lassen.

Ich werde davon sicherlich ausführlich berichten wenn das Rennen gelaufen ist. Derweil gibt es vor und während dem Lauf ständig Updates auf meinem Facebook-Profil.

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